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Iranischer Strommarkt

Der Iran ist der größte Stromexporteur in der Region und verfügt gegenwärtig über eine Kraftwerksleistung von 75 Gigawatt, welche vorwiegend auf den Energieträgern Gas und Öl basiert. In den letzten acht Jahren wurde die Stromerzeugung um 28 % auf 281 Milliarden Kilowattstunden gesteigert. In den nächsten Jahren wird ein jährliches Wachstum von 2 bis 4 % erwartet und die Kraftwerksleistung soll um 50 Gigawatt erhöht werden. Der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt derzeit bei etwa 0,5 % (ohne große Wasserkraftwerke) und soll bis 2021 auf 5 Gigawatt ausgebaut werden. Mittelfristig soll die installierte Leistung der Erneuerbaren Energien im Stromsektor auf 7,5 Gigawatt ausgebaut werden.

Im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes wurde bereits 2001 eine staatlich garantierte Einspeisevergütung, auch Feed-in-Tariff (FiT) genannt, für private Kraftwerksbetreiber ins Leben gerufen. Bis 2014 wurden einheitliche Vergütungen für alle Kraftwerksarten angeboten. Die mit den Stromgestehungskosten (LCOE) der konventionellen Kraftwerke in Konkurrenz stehenden Erneuerbaren Energien konnten hiermit jedoch nicht im Wettbewerb bestehen.

Um eine saubere und verlässliche Stromerzeugung gewährleisten zu können, wurden im Juli 2015 besondere Einspeisevergütungen für die Erneuerbaren Energien eingeführt. Das System der Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien orientiert sich hierbei stark am deutschen Modell des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes aus dem Jahr 2000.

Die Einspeisevergütung für die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien wird seit 2015 nach Technologie und Anlagengröße differenziert. Als Besonderheit wird die Einspeisevergütung über eine Kompensationsformel inflations- und wechselkursbereinigt. Aufgrund der exzellenten geografischen Bedingungen für Biomasse-, Wind- und Solarkraftwerke sowie der weltweit unvergleichlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet der Iran gegenwärtig das höchste Wachstumspotenzial für die auf Erneuerbaren Energien basierende Stromerzeugung.